In eigener Sache
Bamberg.
Vorbemerkung:
Das Bamberger Magazin „ZOB – das zentralorgan für bamberg stadt und land“, das laut eigener Impressumsangabe „unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen“ berichtet, hat mich um eine schriftliche Stellungnahme gebeten. Das Magazin wirft mir einen „vieleicht auch presserechtlich relevanten interessenkonflikt“ vor, wie es der Herausgeber des „ZOB“, Oliver Renn, in einer Email-Anfrage vom Mittwoch, 9. März 2011, formuliert.
Hintergrund dieses Vorwurfs ist ein viertelseitiger Artikel, der in der Februar-Ausgabe des Bamberger Stadtmagazins Mohr Stadtillu (Ausgabe 100, Bamberg) unter der Überschrift „Koyotl: kostenlose 3D-Action aus Bamberg“ auf Seite 29 der bam-info-Seiten erschienen ist. Die bam-info-Seiten sind eine Rubrik in Mohr Stadtillu, die ich inhaltlich gestalte. Der Artikel „Koyotl: kostenlose 3D-Action aus Bamberg“ thematisiert den Open Beta-Start des Browsergames „Koyotl“. (Der Artikel kann hier als Original-pdf auf Seite 29 nachgelesen werden sowie hier als reiner Text). „Koyotl“ ist ein Spiel des Bamberger Browsergame-Herstellers Upjers.
Da ich seit Mitte Dezember 2010 festangestellt als Texter beim Bamberger Browsergame-Unternehmen Upjers arbeite, wirft mir das „ZOB“ einen „vieleicht auch presserechtlich relevanten interessenkonflikt“ vor. Das „ZOB“ hat mich um eine schriftliche Stellungnahme gebeten, da das Magazin anscheinend in einem Artikel darüber berichten möchte.
Um den Lesern meines Blogs und der bam-info-Seiten in Mohr Stadtillu größtmögliche Transparenz zu ermöglichen, habe ich mich dafür entschieden die Fragen des „ZOB“ samt meiner Antworten gleich hier auf meinem Blog zu veröffentlichen. Somit soll jedem Leser ermöglicht werden, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Weiterhin können die Leser bei einer späteren Berichterstattung durch das „ZOB“ dann meine Stellungnahme mit der redaktionellen Darstellung meiner Aussagen im „ZOB“ vergleichen. Da sich das Magazin „ZOB“ laut eigener Impressumsangabe „Objektivität und Wahrhaftigkeit“ verpflichtet fühlt, bin ich mir sicher, dass die Veröffentlichung der an mich gerichteten Fragen sowie meine Stellungnahme hier im Blog sicherlich auch den Vorstellungen des „ZOB“ – im Sinne größtmöglicher Transparenz für die Leser – entspricht.
Zudem möchte ich feststellen, dass ich diese Stellungnahme als Privatperson abgebe, da ich den Blog und die bam-info-Seiten in Mohr Stadtillu ausschließlich in meiner Freizeit gestalte, betreibe und zudem vollkommen allein den Inhalt bestimme. Eine Einflussnahme durch andere Personen oder Unternehmen auf die Inhalte meiner Blog- und bam-info-Seiten gab und gibt es nicht.
Einleitung:
Ich hatte bereits am Freitag, 4. März 2011, in einem schätzungsweise rund 40-minütigen, persönlichen Telefongespräch mit Herrn Oliver Renn, dem Herausgeber des „ZOB“ meine Entscheidungsgrundlagen für die Veröffentlichung des „Koyotl“-Artikels auf den bam-info-Seiten im Mohr dargelegt. Anscheinend waren diese Ausführungen nicht ausreichend oder verständlich genug.
Deshalb nehme ich gerne ein weiteres Mal Stellung und beantworte die Fragen des „ZOB“. Normalerweise achte in meinem Blog, soweit wie möglich, auf die Umsetzung orthografischer und grammatikalischer Regeln. Da ich jedoch nicht den originären Charakter der an mich gerichteten Fragen verfremden oder gar falsch darstellen wollte, habe ich mich entschieden, die Original-Fragen des „ZOB“, so wie ich sie erhalten habe, hier zu veröffentlichen und zu beantworten.
Die Fragen des Bamberger Magazins „Das ZOB“
hallo frank,
ich darf dich wie angekuendigt um die beantwortung folgender fragen bitten -
der form halber sietze ich dich dabei:
„Das ZOB“: 1. im aktuellen mohr findet sich auf den von ihnen verantworteten seiten ein kleiner, sehr unkritisch anmutender textbeitrag fuer ein spiel der firma upjers. gleichzeitig arbeiten sie bereits seit einigen monaten fuer eben unternehmen.erklaeren sie medienkonsumenten in bamberg bitte, die sie vielleicht auch von ihrem blog her kennen, indem sie wiederholt (etwa im kontext stuetzstruempfe) als ein verfechter von ehrlichem und oder anspruchsvollen journalismus wahrgenommen werden konnten, dass sie diesen vieleicht auch presserechtlich relevanten interessenkonflikt nicht kommunizierten bzw. auf die veroeffentlichung eines solchen beitrages generell verzicheteten.
Frank Gundermann: Sehr geehrter Herr Renn, gerne beantworte ich den Medienkonsumenten in Bamberg Ihre Fragen. Wenngleich ich anmerken muss, dass es mir Probleme bereitet, Ihre allein 53 Wörter umfassende Frage möglichst detailliert zu beantworten. Ich werde jedoch mein Bestes versuchen.
Ich arbeite seit Mitte Dezember 2010 als Texter für die Firma Upjers. Seit Mitte Januar bin ich bei Upjers vor allem im Bereich PR tätig. Wie ich Ihnen bereits in unserem Telefonat vom Freitag, 4. März, erklärt habe, stand für mich mit Beginn meiner neuen Berufstätigkeit fest, also bereits Mitte Dezember, dass ich – auch aus zeitlichen Gründen – meine bam-info-Seiten im Stadtmagazin Mohr Stadtillu einstellen werde und auch meinen Blog nur noch sehr sporadisch pflegen kann. Da ich meine bam-info-Rubrik im Stadtmagazin Mohr Stadtillu nicht schlagartig einstellen wollte, vor allem auch deshalb, weil noch einige bereits fertiggestellte Artikel und Themen existieren, die ich noch gerne veröffentlichen würde, habe ich mich entschlossen die bam-info-Seiten im Stadtmagazin Mohr Stadtillu bis zum zweijährigen Blog-Jubiläum im Juni 2011 fortzuführen und dann die Rubrik im Print-Magazin einzustellen.
Um auf Ihre Frage zu kommen: Bereits kurz nach Anfang Februar waren die Themen für die Februar-Ausgabe der bam-info-Doppelseite in Mohr Stadtillu festgelegt, die Artikel fertiggestellt und die Doppelseite vom Layouter gebaut. Auf der linken Seite (Seite 28) der Doppelseite befand sich eine Ankündigung zur Comedy Lounge, eine Ankündigung zu Konzerten von „Aischzeit“ und „Wolfgang Buck“ sowie eine Ankündigung zur letzten Veranstaltung meiner Lesebühne Wort:Laut!, die am Dienstag, 15. Februar 2011 stattfand. Auf der rechten Seite (Seite 29) der Doppelseite befand sich eine Ankündigung der Ausstellung „Kunst im Treppenturm“, eine Ankündigung zur Ausstellung „Die grüne Tasche“ sowie eine viertelseitige Anzeige zu meiner Lesebühnen-Veranstaltung Wort:Laut!, die am Dienstag, 15. Februar, stattfand. Es handelte sich um die gleiche Anzeige und Platzierung wie in der Januar-Mohr-Stadtillu-Ausgabe (Ausgabe 99, Bamberg). (Die entsprechende Anzeige der Ausgabe 99 finden Sie unter folgendem Link auf Seite 31).
Ursprünglich sollte die Februar-Ausgabe von Mohr Stadtillu am Freitag, 11. Februar, erscheinen. Da der Drucktermin aus organisatorischen Gründen jedoch kurzfristig verschoben wurde und die Zeitschrift erst ab circa Freitag, 18. März, verteilt werde, wie mir gesagt wurde, war sowohl der Bericht über die letzte Veranstaltung der Lesebühne Wort:Laut! am Dienstag, 15. Februar, auf der linken Seite (Seite 28) hinfällig, ebenso die Anzeige zur Veranstaltung der Lesebühne am Dienstag, 15. Februar. Da die Zeitschrift erst ab Freitag, 18. Februar, erscheinen würde, hätten diese beiden Hinweise (Text und Anzeige) auf die Lesebühnen-Veranstaltung keinen Sinn mehr gemacht.
Da sehr schnell Ersatzartikel für die entfallenen Beiträge (Text und Anzeige) nötig waren, veröffentlichte ich auf der linken Seite (Seite 28) anstelle der Lesebühnen Ankündigung nun eine Ankündigung zu den Klezmer-Tagen Bamberg. Dieser Text hätte eigentlich erst in der März-Ausgabe erscheinen sollen. Beim nun kurzfristig freigewordenen Anzeigenplatz auf der rechten Seite (Seite 29) entschied ich mich als Ersatzartikel, da es keine Ersatz-Werbeanzeige für die Lesebühnen-Anzeige gab, für eine Ankündigung zum Spiel Koyotl. Diese Entscheidung war meine ganz persönliche, vollkommen freie Entscheidung. Die Gründe dafür kann ich Ihnen gerne darlegen. Einerseits brauchte ich, wie bereits gesagt, schnell einen Ersatzartikel, andererseits wies Koyotl, meiner Meinung, nach alle wesentlichen Kriterien auf, um darüber berichten zu können. Es wurde von einem Bamberger Unternehmen entwickelt (Lokalbezug), es ist das erste 3D-Spiel von Upjers (Alleinstellungsmerkmal) und es hatte einen aktuellen zeitlichen Aufhänger. Mitte Februar startete es in die Open Beta-Phase. Das ist eine Testphase, bei der jeder Spieler das Spiel testen kann, bevor es dann etliche Monate später richtig startet und die Spieleaccounts dieser Open Beta-Testphase zuvor gelöscht werden. Zudem ist Koyotl kostenlos spielbar, das heißt, jeder, der will, kann es auch spielen. Es ist also ein Thema, das zumindest für einen größeren Personenkreis, der Zugang zum Internet besitzt, relevant sein könnte. Diese Gründe, vor allem aber der regionale Aufhänger und das Alleinstellungsmerkmal, gaben für mich den Ausschlag über Koyotl zu berichten.
Meinen Blog und die bam-info-Seiten schreibe ich unentgeltlich in meiner Freizeit. Eine Einflussnahme durch Privatpersonen oder Unternehmen auf die Inhalte gab und gibt es nicht. Zudem wusste niemand aus meinem beruflichen Umfeld, dass ich Koyotl auf den bam-info-Seiten thematisieren würde. Ich habe auch niemanden darauf hingewiesen. Und da ich aus meinem beruflichen Umfeld auch nicht auf den Text angesprochen wurde, gehe ich davon aus, dass ihn niemand wahrgenommen hat.
Zum weiteren Teil Ihrer Frage: Sie schreiben: „indem sie wiederholt (etwa im kontext stuetzstruempfe) als ein verfechter von ehrlichem und oder anspruchsvollen journalismus wahrgenommen werden konnten“. Ich selber habe mich nie als ein „verfechter von ehrlichem und oder anspruchsvollen journalismus“ bezeichnet. Ob meine journalistischen Artikel ehrlich und/oder anspruchsvoll sind oder so wahrgenommen werden, das sollen die Leser entscheiden. Ich persönlich würde nie meine eigene journalistische Arbeit lobend beurteilen. Erstens wäre dies nicht objektiv möglich, zweitens empfände ich eine journalistische Selbsttitulierung als „ehrlich und/oder anspruchsvoll“ als vermessen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Leser mündig genug sind, um sich ihr eigenes Urteil bilden zu können und zu beurteilen, wie sie Artikel empfinden.
Sie fragen, warum ich nicht generell auf eine Veröffentlichung eines solchen Beitrags verzichtet habe? Der Beitrag war nie eingeplant. Wäre der Drucktermin nicht verschoben worden und nicht eine Anzeige und ein Text entfallen und hätte ich nicht schnell Ersatz gebraucht, hätte es nie eine Koyotl-Berichterstattung gegeben. Welche Gründe dann für die Relevanz des Ersatzartikels und eine Veröffentlichung gesprochen haben, habe ich Ihnen bereits dargelegt. Einen „presserechtlich relevanten interessenkonflikt“ sehe ich nicht. Deshalb ist mir auch nicht klar, was ich hätte kommunizieren sollen. Aus der Koyotl-Ankündigung hat niemand einen Vorteil gezogen. Zumal es sich bei der Open Beta-Phase um eine reine Testphase handelt, die Spieleaccounts werden wieder gelöscht und das später fertige Spiel ist noch gar nicht spielbar.
Ich kann mir außerdem kaum vorstellen, dass der Text über diese Testversion dem Spiel großartig neue Spieler gebracht hat. Zudem hatten weder ich, noch die Zeitschrift Mohr Stadtillu durch den Bericht einen Vorteil. Weder finanzieller, noch sonstiger Art und Weise. Sie können mir aber gerne den Ihrer Meinung nach „presserechtlich relevanten interessenkonflikt“ erklären.
Sie sagen zur Koyotl-Kündigung, dass sie ein „sehr unkritisch anmutender textbeitrag“ sei. Es wäre schön, wenn Sie sich bei Ihren Formulierungen möglichst präzise ausdrücken könnten. Entweder empfinden Sie den Textbeitrag als „sehr unkritisch“, wenn Sie jedoch von „sehr unkritisch anmutend“ sprechen, ist das eine – bewusst oder unbewusst – schwammige Formulierung, die keine klare Aussage erkennen lässt. Zudem verstehe ich den Vorwurf nicht. Die bam-info-Seiten im Mohr haben sich noch nie durch eine sehr kritische Berichterstattung ausgezeichnet, sondern sind immer eine Plattform gewesen, um vor allem lokale Ereignisse und Themen anzukündigen.
Des Weiteren: Der von Ihnen angesprochene Stützstrumpf-Artikel ist ein Kommentar, den ich im Juli 2009 verfasst habe. Sie können sich den Text gerne noch einmal durchlesen, (hier zum Beispiel) in dem ich einige Vorschläge für andere Berichterstattungsformen unterbreite, als für jene, die der „Fränkische Tag“ damals in seiner Zeitungsausgabe umgesetzt hatte. Mir wäre neu, wo ich in diesem Kommentar einen „ehrlichen und/oder anspruchsvollen Journalismus“ verfechte. Ich schlage stattdessen im Kommentar vor, das eigentliche Ereignis, den Promi-Besuch, der durchaus eine Berichterstattung wert ist, in den Vordergrund zu stellen und nicht die Stützstrümpfe. Das kritisiere ich in meinem Kommentar.
„Das ZOB“: 2. auch wenn sie beteuern, dass der beitrag zum einen ohne wissen der firma upjers lief und weder sie noch das magazin mohr dadurch direkt oder indirekt einen wirtschaftlichen vorteil zogen: ist bamberg ihres erachtens wirklich so arm an berichtenswerten themen, dass sie fuer ihre mohrseiten auf empfehlungen zu produkten eines ihrer unjournalistischen broetchengebers zurueckgreifen mussten?
Frank Gundermann: Sehr geehrter Herr Renn, Ihre diesmal 55 Wörter umfassende zweite Frage habe ich zu einem Teil schon mit meiner ersten Antwort beantwortet. Deshalb werde ich vor allem auf den zweiten Teil Ihrer Frage eingehen: „ist bamberg ihres erachtens wirklich so arm an berichtenswerten themen, dass sie fuer ihre mohrseiten auf empfehlungen zu produkten eines ihrer unjournalistischen broetchengebers zurueckgreifen mussten?“
Erstens, empfehle ich das Spiel Koyotl nicht, sondern ich berichte darüber. Bitte nennen Sie mir eine einzige Passage oder einen einzigen Satz, in dem ich den Leser auffordere, das Spiel zu spielen oder eine Wertung über das Spiel abgebe, indem ich es beispielsweise lobe oder positiv bespreche. Die einzige Formulierung, die man als wertend bemängeln könnte, ist die Bezeichnung „faszinierende Spielwelt“. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die 3D-Umgebung des Spiels, deshalb auch Spielwelt, also das Setting. Hätte ich das Spiel loben wollen, hätte dort „das faszinierende Spiel“ gestanden.
Sollte die Formulierung „faszinierende Spielwelt“ von Lesern falsch gedeutet oder verstanden worden sein, tut mir dies natürlich leid, wobei ich keinen Einfluss auf subjektive Wahrnehmungen habe.
Sie sprechen zudem von „Produkten“. Bei Koyotl handelt es sich um ein einziges Spiel. Warum sie den Plural verwenden, ist mir rätselhaft. Des Weiteren bin ich auch nicht für mehrere „unjournalistische Brötchengeber“ tätig, wie dies Ihre Formulierung „produkten eines ihrer unjournalistischen broetchengebers“ zu unterstellen scheint. Es sei denn, es handelt sich bei diesem Satz um eine verunglückte Genitiv-Konstruktion und der Singular ist gemeint.
Um auf Ihre weitere Frage einzugehen: Natürlich gibt es eine Vielzahl interessanter und vermutlich auch interessanterer Themen. Gerne können Sie mir für die nächsten Ausgaben meiner bam-info-Seiten relevantere Themen vorschlagen, die sich in kurzfristigen Ersatzfällen schnell umsetzen lassen. Über Anregungen von interessierten Lesern freue ich mich sehr. Aber so, wie auch Sie entscheiden, welche Themen Sie in Ihrem Magazin veröffentlichen und welche nicht, ohne dabei Gründe für Ihre Entscheidung zu nennen, muss auch ich auswählen, welche Artikel und Themen ich veröffentliche.
Die Kriterien für meine Auswahl sind, um dies offen zu legen: 1. Es sollte am besten ein Thema mit Bamberg oder Regionalbezug sein. 2. Es sollte ein spannendes Thema sein. 3. Es sollte ein Thema mit einem gewissen Mehrwert für die Leser sein. Sei es eine Veranstaltung, ein Kinotipp, eine Ausstellung, eine Verlosung etc. Diese Auswahl ist, zugegeben, abgesehen von Punkt 1, sicherlich von subjektiven Entscheidungskriterien geprägt. Sollten Sie über eine objektivere Methode bei der Auswahl Ihrer Themen verfügen, wäre ich hocherfreut, wenn Sie mir diese mitteilen könnten. Ich lerne gerne dazu.
„Das ZOB“: 3. was halten sie vor dem konkreten hintergrund von den gefluegelten worten "wes brot ich ess des lied ich sing?" oder anders formuliert, kann es sein, dass der besagte bericht letztlich auch vor dem hintergrund entstand, dass sie sich sagten, ich will zwar keine "schleichwerbung" (richtigerweise keinen verstoß vom trennungsgebot zwischen anzeigen u.ä. und redaktion), aber mit so einem text leiste ich vielleicht einen kleinen mosaikstein zum
weiteren erfolg meines arbeitgebers und sichere somit in einer wirtschaftlich schwierigen zeit (allgemein gesprochen nicht auf upjers bezogen) nachhaltig arbeitsplaetze, von denen ich selber einen ausfuelle?
Frank Gundermann: Sehr geehrter Herr Renn, so informativ, unterhaltsam und abwechslungsreich die Deutung und Interpretation von Sprüchen, Sentenzen oder gar geflügelten Worten sicherlich auch sein mag, erschließt sich mir nicht wirklich der Sinn Ihrer Satzeinleitung, die übrigens den Auftakt zu Ihrer abschließenden 92 Wörter umfassenden Frage darstellt, die allerdings für mich ebenfalls keinen Sinn ergibt. Würde Ihre Vermutung zutreffen, dass ich mit „so einem text“ wie Sie schreiben, „vielleicht einen kleinen mosaikstein zum weiteren erfolg meines arbeitgebers“ leisten und „somit in einer wirtschaftlich schwierigen zeit“ – „allgemein gesprochen“ – „nachhaltig arbeitsplaetze“ sichern könnte, „von denen ich selber einen ausfuelle“, dann müsste die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen und somit wohl auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit spielend leicht möglich sein. Ich oder müsste einfach nur mehr Texte schreiben und auf den bam-info-Seiten veröffentlichen. Zumindest wäre das der einzige Umkehrschluss, den ich aus Ihrer für mich – ehrlich gesagt – unverständlichen Frage ableiten könnte.
Ich hoffe, Sie verzeihen mir, dass mir die Beantwortung dieser letzten Frage nicht ernsthaft möglich war, da sich mir der Sinn nicht erschlossen hat. Ich hoffe, dass ich trotzdem Ihre Fragen einigermaßen beantworten konnte. Und hoffe, dass Ihre redaktionelle Berichterstattung zu diesem Thema für Ihre Leserinnen und Leser klarer und verständlicher formuliert und sorgfältiger aufbereitet ist als Ihre Fragen.
Hinweis:
Zudem möchte ich feststellen, – um den von Ihnen, sehr geehrter Herr Renn, geforderten Disclaimer diesmal umzusetzen –, dass ich für das Magazin „Das ZOB“ in drei Ausgaben journalistisch tätig war und jeweils pro Ausgabe ein einseitiges Interview beigesteuert habe. Auf eine Bezahlung habe ich verzichtet, um das damals noch junge Magazin „Das ZOB“ zu unterstützen. Stattdessen hatte ich in Einvernehmen mit Herrn Renn eine Kompensation durch Anzeigenfläche erhalten. Die Zusammenarbeit mit dem „ZOB“ besteht mittlerweile – aus nachvollziehbaren Gründen – nicht mehr.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Gundermann





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